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Die Implantologie hat in jüngster Zeit enorme Forschritte gemacht, an denen natürlich auch unsere Patienten teilhaben können. Es ist mittlerweile möglich, Implantate - und zum Teil auch sofort belastbare Kronen - direkt nach der Extraktion eines Zahnes einzusetzen, so dass die Patienten spätestens am Tag nach der Operation einen voll funktionsfähigen Zahnersatz erhalten können.
Allerdings ist es unsere zahnmedizinische wie beraterische Pflicht, Sie zugleich auf bestimmte Einschränkungen bzw. Bedingungen hinzuweisen: Anders als in Medien und Werbung gerne dargestellt, kommt diese innovative Lösung nicht für alle Patienten in Frage, und die Schnelligkeit hat auch ihren Preis. Weil das Verfahren aufwändiger und die zu verwendenden Materialien teurer sind, führt die Sofortimplantation wie auch die sofortige Vollversorgung in der Regel zu höheren Kosten, als die bewährte konventionelle Implantatversorgung, die je nach Patient in einem Zeitraum von bis zu sechs Monaten verläuft.
Hintergrund
Bis vor kurzem galten für die Versorgung mit Implantaten zwei Grundregeln.
Erstens: Das Implantat sollte so schnell wie möglich nach der Extraktion eingesetzt werden, um den Abbau von Knochen und Gewebe zu verhindern; wenn der Kieferknochen vorgeschädigt ist oder Entzündungen vorliegen, heißt so schnell wie möglich allerdings in der Regel "drei bis sechs Monate".
Zweitens: Das Implantat darf in der etwa zwei bis sechs Monate dauernden Einheilzeit nicht belastet werden, um das Risiko des Implantatverlustes möglichst klein zu halten.
Die erste Regel gilt nach wie vor uneingeschränkt. Neue Techniken und Materialien haben es sogar deutlich erleichtert, das Implantat innerhalb eines Tages nach der Extraktion sicher einzusetzen. Das bringt den Vorteil die Gefahr zu verringern, dass Knochen und Gewebe sich während der Wartezeit abbauen.
Bei Patienten mit unzureichendem oder geschädigtem Kieferknochen sowie bei akuten Entzündungen ist das allerdings weiterhin keine Option. Denn dann wäre der Halt des Implantats gefährdet, und die Wahrscheinlichkeit für Probleme oder die Notwendigkeit von Nachbehandlungen würde in einem Maße steigen, die ein verantwortungsbewusster Behandler nicht hinnehmen kann. Das wird heute von Manchen leider zumindest schlecht kommuniziert, wenn nicht vernachlässigt.
Die sofortige Belastung des Implantats - bisher ausgeschlossen, weil schon kleine Bewegungen während der Einheilzeit das Verlustrisiko rapide ansteigen ließen - ist heute dagegen in einer Reihe von Fällen möglich. Dafür sorgen die Möglichkeit genauerer Planung mithilfe computergestützter dreidimensionaler Darstellungen des Kieferknochens, aber auch neue Operationstechniken, verbesserte Oberflächen moderner Implantate und neue zahntechnische Materialien und Konstruktionen.
D.h., wenn
- der Zustand des Kieferknochens für dieses Verfahren geeignet ist,
- das Implantat bei der OP stabil eingesetzt werden kann - was von Sorgfalt und Erfahrung des Operateurs abhängt und
- das Implantat während der Einheilzeit vor Bewegungen geschützt wird
kann ein Patient unsere Praxis im Idealfall am Tag nach der Ziehung eines Zahnes mit einem voll funktionsfähigen Zahnersatz verlassen.
Voraussetzungen für Sofortimplantation und Sofortversorgung
Allerdings gelten Sofortimplantation und - mehr noch - Sofortversorgung mit einer Krone als "hohe Schule der Implantologie". Es handelt sich um zahnmedizinisch anspruchsvolle, besonders aufwändige und vergleichsweise kostspielige Verfahren.
Wichtigste Voraussetzung ist eine sehr sorgfältige und auch technisch aufwändige Diagnostik. Denn nur wenn der Zustand des Kiefers wirklich geeignet ist, kann die Dauerhaftigkeit des Implantats mit hinreichender Sicherheit garantiert werden.
Zweitens muss der behandelnde Arzt in Theorie und Praxis über gute Erfahrungen mit Planung und Durchführung moderner OP-Techniken haben. Das ist bei Behandlungen im Blauen Haus natürlich gewährleistet, weil unsere Zahnärzte ständig auch wissenschaftlich aktiv sind und an allen Fortschritten der zahnmedizinischen Forschung teilhaben.
Drittens schließlich gehört zu einer umfassenden Vorabinformation der Patienten auch der Hinweis, dass die Sofortversorgung in der Regel teuerer ist, als die bislang praktizierten Verfahren. Das liegt einerseits an dem besonderen Diagnose- und Behandlungsaufwand, andererseits in der Tatsache begründet, dass die zu verwendenden Materialien teurer sind, als die für eine konventionelle Versorgung mit Implantaten.
Unser Fazit:
Die sofortige Versorgung mit Implantaten und zum Teil mit belastbaren Kronen auf Implantaten, ist eine neue und gute Alternative. Ihre Erfolgsquote kommt zwar noch nicht an die der konventionellen Implantologie heran (über 95%), bewegt sich aber bei über 90 Prozent und kann Patienten daher mit guter Sicherheit angeboten werden.
Allerdings muss klar sein: Diese Lösung ist nicht für jeden Patienten möglich und nur empfehlenswert, wenn sie von wirklich erfahrenen Zahnärzten durchgeführt wird - und die Patienten bereit sind, die höheren Kosten zu tragen. Wer anders argumentiert oder mehr verspricht, verkennt den Stand der Wissenschaft und handelt nach unserer Auffassung nicht nach den Qualitätsmaßstäben, die für unser Handeln genauso obligatorisch wie selbstverständlich sind.
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