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 Diabetes und Parodontitis - eine gefährliche Kombination 

  Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko, an Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparates) zu erkranken Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko, an Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparates) zu erkranken. Anderseits kann diese Entzündung auch die Entwicklung der Zuckerkrankheit negativ beeinflussen. Experten empfehlen Diabetikern deshalb, besonders auf die Zahngesundheit zu achten. Viele Betroffene tun das nicht, denn sowohl Diabetes wie Parodontitis sind zumindest am Anfang Krankheiten, die sich ohne spürbare Symptome entwickeln.

"Bei Diabetikern ist das Risiko, an Parodontitis zu erkranken, dreimal so hoch wie bei gesunden Menschen. Sie leiden auch deutlich häufiger an Zahnfleisch-Abszessen, Rissen in den Mundwinkeln oder an Wundheilungsstörungen nach Zahnentfernungen", erklärt Dr.med. Klaus Wiefels, Sprecher des deutschen Diabetes Zentrums in Düsseldorf.

ein gestörter Stoffwechsel der Diabetiker begünstigt Entzündungen und ein geschwächtes Immunsystem und kann die Widerstandsfähigkeit des Zahnhalteapparates beeinträchtigen Die Gründe: Der gestörte Stoffwechsel der Diabetiker begünstigt Entzündungen und ein geschwächtes Immunsystem und kann die Widerstandsfähigkeit des Zahnhalteapparates beeinträchtigen - die Bakterien in der Mundhöhle vermehren sich dann stärker als bei gesunden Menschen. Studien zeigen, dass die Parodontitis-Gefahr bei Diabetikern weniger vom Alter oder der Zahngesundheit abhängt, als von der Dauer der Diabetes-Erkrankung und der Qualität der Einstellung auf die Krankheit.

Zugleich gilt als wissenschaftlich erwiesen, dass Parodontitis auch die diabetische Stoffwechsellage insgesamt beeinflusst. "Die Erkrankung kann maßgeblich zur Entstehung und Entwicklung von Diabetes mellitus beitragen", warnt Professor Dr. Gregor-Gregor Zafiropoulos. Auf der anderen Seite könne der Zahnarzt aber auch helfen, den Diabetes zu bekämpfen.

Prof. Zafiropoulos: "In einer deutsch-amerikanischen Studie von 2006 wurde nachgewiesen, dass die übliche mechanische Behandlung einer Parodontitis zwar lokal den Zustand des Zahnhalteapparats, nicht aber den Diabetes verbessert. Wird dagegen zusätzlich ein passendes Antibiotikum verwendet, sinkt auch der Insulinbedarf beim Patienten, die Blutzuckerwerte sinken." Vielversprechend ist überdies ein neues Verfahren, die so genannte antibakterielle photodynamische Therapie. Hier werden die Keime mithilfe eines Lasers getötet. Das erlaube den Verzicht auf Medikamente und chirurgische Eingriffe und verhindere die die bei Diabetikern häufigen Wundheilungsstörungen.

Allerdings sei der Zusammenhang zwischen Diabetes und Parodontitis längst nicht allen Fachärzten und Zahnärzten bewusst, obwohl die Früherkennung von Erkrankungen von Zahnfleisch und Zahnhalteapparat für Diabetiker besonders wichtig ist. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte deshalb einen Zahnarzt mit Spezialisierung auf Parodontologie aufsuchen, rät Professor Zafiropoulos.

Wichtig ist zudem Vorbeugung. Dazu gehört es, die Blutzuckerwerte soweit wie möglich im Normalbereich zu halten, größten Wert auf die tägliche Mundhygiene zu legen (nach jeder Mahlzeit die Zähne putzen, Zahnseide und antibakterielle Mundspülungen verwenden) und die Früherkennungsuntersuchungen beim Parodontologen konsequent zu nutzen.